Speyer, 30.05.2015

Gemeinsame Übung der Fachgruppen TW und der SEEWA

Trinkwasser ist das wohl wichtigste Lebensmittel. Daher ist es eine der gesetzlichen Aufgaben des Technischen Hilfswerks (THW) die Versorgung mit diesem Gut in Not- und Katastrophenfällen sicher zu stellen. In Deutschland sind hierfür die Fachgruppen Trinkwasserversorgung (TW) zuständig, im Ausland erfüllt die Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) diese Aufgabe. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden ist regelmäßiges Üben essentiell, daher fand vom 14.5. bis 17.5. eine gemeinsame Übung der Fachgruppen TW aus Süddeutschland und der SEEWA Süd statt. In der Graf-Staufenberg-Kaserne in Sigmaringen trafen sich über 80 Helferinnen und Helfer der Trinkwassereinheiten aus Tübingen, Wörrstadt und Rotenburg / Fulda sowie SEEWA Helfer aus den Landesverbänden Bayern, Baden-Württemberg und Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland. Unterstützt von einer Gruppe der TW aus Lemgo, die das neu beschaffte Inlandslabor vorstellte und der Logistik Verpflegung (LogV) aus Wangen. Vom Ortsverband Speyer war Andreas Garrecht dabei, der die Ausbildung der SEEWA Laboranten leitete.

Während der Übung wurden zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) aus Wörrstadt und Tübingen aufgebaut, wie sie im Inland in den Einsatz kommen und zwei Anlagen der SEEWA, wie sie auch in Nepal eingesetzt waren. Ebenso wurden die Labors für Inland und Ausland aufgebaut.

Beide Anlagentypen basieren auf dem gleichen Prinzip der Ultrafiltration. Die Inlandsanlagen mit einer Leistung von 15000 l/h sind jedoch deutlich größer und schwerer als die Anlagen für das Ausland. Die SEEWA muss mit diesen Anlagen in kurzer Zeit überall in der Welt einsatzfähig sein, deshalb ist hier wichtig auf ein geringes Gewicht und eine robuste Bauweise zu achten. Die Auslandsanlagen können daher auch nur 5000 l Trinkwasser pro Stunde produzieren. Ähnlich verhält es sich bei den Labors, die beide grundsätzlich das gleiche Leistungsspektrum haben. Beim Auslandslabor verzichtet man aber auf die Ausstattung, die nicht unbedingt notwendig istm um auch hier Platz und Gewicht zu sparen. Zu den Aufgaben der SEEWA gehören zusätzlich auch, neben der Erkundung, die Instandsetzung von Rohrleitungen und Brunnen und die Abwasserentsorgung. Auch diese Aufgaben wurden während der Übung behandelt. Im Bereich Riedlingen wurden mehrere Bauwerke und Installationen erkundet und eine Instandsetzung geplant und zum Teil auch durchgeführt.

Die Rohwasserquelle stellte eine besondere Herausforderung dar. Es handelte sich um weiches Oberflächenwasser, dass sich in einem Becken sammelte, das früher als Panzerprüfstrecke diente. In diesem stehenden Gewässer tummelten sich auch etliche amphibische Lebewesen. Letztendlich gelang es leider nicht einwandfreies Trinkwasser aus dieser Quelle herzustellen, da sich gelöste organische Verunreinigungen im Wasser befanden, die sich mit diesen Anlagen nicht entfernen lassen. Das Wasser war aber zumindest keimfrei und wäre als Notwasser vertretbar gewesen. Im Einsatzfall würde man jedoch versuchen eine geeignetere Rohwasserquelle zu finden. Das Übungsziel, die Anlagen in Betrieb zu nehmen und ein Wasser von deutlich verbesserter Qualität zu produzieren konnte erreicht werden.

Thomas Braeiß MdB, Vertreter der Presse, der Feuerwehr, der Bundeswehr, des Schweizer Amt für Militär und Zivilschutz und hauptamtliche Mitarbeiter des THW konnten sich am Freitag über die Arbeit der THW Helfer und die Unterschiede der Anlagen und Labors informieren.


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