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Interesse geweckt?



Einsatztagebuch Haiti

Mo. 12.7. – Di. 13.7.10

Das Frühstück wurde etwas vorverlegt, damit wir es auch sicher zum Flughafen schaffen. Vorher gab es noch eine letzte Dusche und die Kiste wurde ganz gepackt. Wir haben uns von allen verabschiedet und Pierre hat uns zum Flughafen gebracht. Diesmal war das so richtig mit Sicherheitskontrollen, am Schalter einchecken und Zoll. Dann war erst einmal Warten angesagt, denn die Maschine nach Santo Domingo hatte 2,5h Verspätung. Das fing ja schon mal gut an. Schließlich kam der Flieger aber doch noch und es ging nach Santo Domingo. Dort mussten wir wieder tausende von Zetteln ausfüllen und das Gepäck abgreifen und wieder bei Condor einchecken. Das ging alles problemlos. Allerdings mussten wir unseren ursprünglichen Plan, beim Burger King auf dem Flughafen einzufallen aus Zeitgründen aufgeben. Stattdessen haben wir bei einem Imbiss am Gate eine Kleinigkeit geholt. Ein halber Liter Cola und ein mager belegtes Baguette für 6$ war allerdings etwas überteuert.

Der Flug nach Frankfurt war nicht ganz voll, so dass wir uns über mehrere Sitzreihen verteilen konnten, sodass jeder von uns 2 oder 3 Sitze für sich hatte. Das machte den Flug sehr angenehm, auch wenn ich es nicht so richtig geschafft habe einzuschlafen.

In Frankfurt, nach dem Gepäck abholen trafen wir die SEELIFT, die uns zum Besprechungsraum brachte. Stefan Mack von der THW Leitung war noch nicht da, weil unsere Maschine etwas früher als geplant landete. Als er dann kam gab es noch ein Debriefing in entspannter Atmosphäre. Es gab kaum Negatives zu sagen und der Einsatz wurde von beiden Seiten als sehr gut beurteilt. Danach verabschiedeten wir uns von einander und ich führ mit Ulf, der mich abgeholt hatte, im MTW nach Hause.

Das war Haiti Teil 2!


   

So. 11.7.10

Ein letztes mal habe ich heute mit Yvonne zusammen um 5:00 Uhr Proben gezogen und gemessen. Ab Morgen darf sie das alleine tun. Zum Abschluss war ich heute noch einmal kurz am Wasserkiosk zum Helfen. Später haben Falko, Andreas und ich die zwei Autos wieder zum THW Office zurück gebracht. Wir haben uns dort von Peter, dem HOM, und Dimitrov, dem Übersetzer, verabschiedet. Morris der Logistiker hat uns wieder zurück zum Camp gefahren, wo wir uns von ihm verabschiedet haben.

Natürlich wird am letzten Tag auch die Kiste schon mal grob gepackt und die Stiefel für Morgen geputzt.

Vom Endspiel habe ich nur jeweils die letzten Minuten beider Halbzeiten und der Verlängerung geschaut. Hat ja gereicht, um das einzige Tor zu sehen. Auch bei den Haitianern stieß das Endspiel nicht auf großes Interesse. Mir hätte es auch gereicht das Spiel sporadisch auf dem Live-Ticker zu verfolgen. Aber wir haben kein Internet, weil vergessen wurde für diesen Monat zu bezahlen. Das sind Dinge, die bei häufigen Teamwechsel schon mal untergehen können.

Da wir unsere Arbeit eigentlich schon an das nächste Team übergeben haben, hatten wir einen ruhigen Tag. Ich habe die Mikrobio vom Wasserfilter den Julie uns gebracht hat noch ausgewertet und ihr die Analysenergebnisse gemailt. Der Filter hat es leider nicht geschafft aus unserem Dreckwasser, das wir angesetzt hatten, ein sauberes Trinkwasser zu machen.

An unserem letzten Abend wurde noch einmal gegrillt. Ein würdiger und netter Abschluss für den Einsatz.


   

Sa. 10.7.10

Die Proben heute morgen habe ich zusammen mit Yvonne gezogen, damit sie auch sieht wie das ganze funktioniert. Die Analysen haben wir uns aufgeteilt; Sie hat die Mikrobio angesetzt und ich habe die Trübung und den Chlorgehalt gemessen. Später bin ich zusammen mit Silvio, dem neuen TL, Markus, dem Logistiker, und Yvonne mit Piere ins THW Haus gefahren. Bevor es los ging, musste aber erst mal ein gerissener Keilriemen am Auto repariert werden. Kein Problem für die Schrauber vom THW. Da haben eher zu viele schrauben wollen. Dort angekommen, konnte ich die Aussicht auch mal tagsüber genießen. Dort wollten wir zwei Autos abholen, um heute Abend hoch zu fahren. Allerdings war keiner da. Nach etwas herum telefonieren, haben wir herausgefunden, welche Autos wir nehmen sollen.

Silvio und Yvonne haben die dann zurück ins Camp gefahren. Piere hat Markus und mich dann zum Einkaufen gefahren. Zuerst waren wir im großen Eagle Supermarkt und dann im kleineren Delmas 2000 Supermarkt, der aber die bessere Qualität hat. Jetzt kennt der neue Einkäufer sich auch aus. Auf dem Markt war er gestern schon mit Andreas.

Das Deutschlandspiel habe ich nur sporadisch verfolgt. 1-2 mal war ich am Fernseher für ein paar Minuten. Ansonsten habe ich hin und wieder auf den Live-Ticker geschaut. Wenigstens haben sie den 3. Platz verteidigt.

Stattdessen habe ich mit Yvonne das Wasser aus dem Eimerfilter von der WHO getestet. War aber nichts ungewöhnliches drin. Wir haben dann noch aus dem übelsten Schlammloch auf dem Gelände Wasser gezogen. Um genau zu sein, habe ich die Schlammpartie unserer hochmotivierten Junglaborantin überlassen und habe dafür Bilder gemacht. Das Schlammwasser haben wir verdünnt und durch den Filter laufen lassen und dann Mikrobio davon angesetzt. Ich bin mal gespannt was morgen dabei raus kommt.

Zum Abendessen waren wir von unserem HOM zum Spätzle essen eingeladen, die er höchst persönlich zubereitet hat. Wir sind mit den beiden Autos, die wir vormittags geholt hatten, hoch zum Haus gefahren. Die Käsespätzle waren hervorragend.


   

Fr. 9.7.10

Ich durfte heute mal ausschlafen. Falko hat die morgendlichen Proben gezogen und Giscard hat die Analysen gemacht, als er kam. Zum Frühstück bin ich aufgestanden und bis auf leichte Kopfschmerzen ging es mir schon wieder gut. Dafür haben drei andere Leute im Camp ein leichtes zwicken im Magen. War vielleicht doch was im Essen nicht OK. Ich habe für heute auf alle Fälle noch Ruhe verordnet bekommen.

Kurz vor 10:00 Uhr traf das Ablöseteam ein. Diesmal 5 Leute, da zum Abbau ein Logistiker mit dabei ist.. Eine neue Ärztin von DEMIRA ist auch mit dabei gewesen. Andreas hat für alle, die noch nicht hier waren erst einmal eine Campführung gemacht.

Nachdem Yvonne, meine Nachfolgerin sich eingerichtet hatte, habe ich ihr alle im Labor gezeigt und wo die Verbrauchsartikel gelagert sind. Mit dem Wasser aus dem Eimerfilter haben wir zusammen mit Giscard einen Arsentest gemacht, aber nichts gefunden. Dummerweise war der untere Eimer am Hahn undicht, so dass fast das ganze Wasser weg war. Wir haben den Filter neu befüllt, damit wir mal eine Komplettanalyse machen können.

Wie vom Arzt verordnet habe ich die Mittagsstunden schön im Schatten ausgesessen und viel getrunken, danach ging es mir auch wieder gut. Abends bin ich mit Yvonne noch die wichtigsten Sachen durchgegangen, was so anliegt. Morgen werden wir zusammen die Proben nehmen. Zum Abendessen gab es Spaghetti. Das war für die Menge an Leuten einfach zu handhaben. An unserem Essenstisch war es dann auch ziemlich eng.


   

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